Ein Lehrplan zum Thema "Diagnostische Verfahren zur Feststellung von Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen" kann in pädagogischen, psychologischen und therapeutischen Ausbildungsprogrammen eingesetzt werden. Dieser Lehrplan deckt theoretische Grundlagen, verschiedene Diagnosemethoden und praxisnahe Anwendungsfälle ab und ist in Module gegliedert, die sich den jeweiligen Diagnoseschwerpunkten widmen.


Lehrplan: Diagnostische Verfahren zur Feststellung von Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen

Ziel des Lehrplans:
Die Teilnehmenden sollen die Grundlagen diagnostischer Verfahren kennenlernen, die zur Feststellung von Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Sie sollen in der Lage sein, geeignete diagnostische Instrumente auszuwählen, anzuwenden und die Ergebnisse zu interpretieren.


Modulübersicht

Modul

Inhalt

Dauer

Modul 1

Einführung in die Diagnostik und Grundlagen

1 Woche

Modul 2

Diagnostik von Lernschwierigkeiten

2 Wochen

Modul 3

Diagnostik von Verhaltensauffälligkeiten

2 Wochen

Modul 4

Diagnostik emotionaler Probleme

2 Wochen

Modul 5

Testtheorie und Anwendung diagnostischer Instrumente

1 Woche

Modul 6

Fallanalysen und praktische Übungen

1 Woche

Modul 7

Erstellung eines diagnostischen Berichts und Förderplan

1 Woche

Modul 8

Abschlussprojekt und Präsentationen

1 Woche

Gesamtdauer: 11 Wochen


Modul 1: Einführung in die Diagnostik und Grundlagen

Inhalte:

  • Einführung in die Grundlagen der psychologischen Diagnostik
  • Ziele und Prinzipien diagnostischer Verfahren
  • Ethik und Datenschutz in der Diagnostik

Methoden:

  • Vorlesung und Einführungsvorträge
  • Diskussion ethischer Fragestellungen
  • Fallbeispiele zu Datenschutz und ethischen Dilemmata

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden verstehen die Grundlagen und den Zweck diagnostischer Verfahren.
  • Sie können ethische Fragestellungen und Datenschutzanforderungen in der Diagnostik benennen und anwenden.

Modul 2: Diagnostik von Lernschwierigkeiten

Inhalte:

  • Arten von Lernschwierigkeiten (z.B. Dyslexie, Dyskalkulie)
  • Diagnostische Verfahren zur Erfassung von Lernschwierigkeiten (z.B. WISC, HAWIK, ELFE)
  • Analyse und Interpretation von Testergebnissen

Methoden:

  • Anwendung und Interpretation von Testinstrumenten
  • Gruppenarbeit zur Durchführung einfacher Diagnosefälle
  • Videoanalysen und Beispielauswertungen

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden können Lernschwierigkeiten definieren und klassifizieren.
  • Sie sind in der Lage, geeignete diagnostische Verfahren für Lernschwierigkeiten auszuwählen und anzuwenden.

Modul 3: Diagnostik von Verhaltensauffälligkeiten

Inhalte:

  • Verhaltensauffälligkeiten und ihre Ursachen (z.B. ADHS, oppositionelles Verhalten)
  • Diagnostische Verfahren (z.B. CBCL, SDQ, Conners-Skalen)
  • Strukturierte Beobachtungsverfahren und Rating-Skalen

Methoden:

  • Einführung und praktische Anwendung von Verhaltensskalen
  • Rollenspiele zur Simulation diagnostischer Gespräche
  • Übungen zur Verhaltensbeobachtung und Erfassung

Lernziele:

  • Teilnehmende kennen die wichtigsten Verhaltensauffälligkeiten und deren diagnostische Kriterien.
  • Sie können geeignete diagnostische Verfahren zur Identifikation von Verhaltensauffälligkeiten anwenden und interpretieren.

Modul 4: Diagnostik emotionaler Probleme

Inhalte:

  • Emotionale Störungen im Kindes- und Jugendalter (z.B. Angststörungen, Depression)
  • Diagnostische Verfahren (z.B. Depressionsinventare, Angstfragebögen)
  • Gesprächsführungstechniken und Interviewverfahren zur Erfassung emotionaler Probleme

Methoden:

  • Anwendung und Interpretation von Fragebögen zur Erfassung emotionaler Probleme
  • Fallstudien und Analyse von diagnostischen Interviews
  • Gruppenarbeit zur Entwicklung eines Interviewleitfadens

Lernziele:

  • Teilnehmende können emotionale Störungen benennen und beschreiben.
  • Sie sind in der Lage, diagnostische Interviews und Fragebögen bei der Erfassung emotionaler Probleme einzusetzen.

Modul 5: Testtheorie und Anwendung diagnostischer Instrumente

Inhalte:

  • Einführung in die Testtheorie: Reliabilität, Validität und Normierung
  • Auswahlkriterien für diagnostische Verfahren
  • Praktische Durchführung von Tests und Fragebögen

Methoden:

  • Theoretische Einführung in psychometrische Grundlagen
  • Übungen zur Auswertung und Interpretation von Testergebnissen
  • Vergleich und Auswahl diagnostischer Instrumente für unterschiedliche Fragestellungen

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden verstehen psychometrische Grundlagen und Testgütekriterien.
  • Sie können Tests und Instrumente hinsichtlich ihrer Validität und Reliabilität beurteilen.

Modul 6: Fallanalysen und praktische Übungen

Inhalte:

  • Praktische Anwendung diagnostischer Instrumente in Fallbeispielen
  • Beobachtungstechniken und Verhaltensprotokolle
  • Diskussion von Fallbeispielen und diagnostischen Befunden

Methoden:

  • Gruppenarbeit und Fallanalysen
  • Beobachtungsaufgaben und schriftliche Dokumentation
  • Reflexion und Diskussion in Gruppen über diagnostische Ergebnisse

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden sind in der Lage, Diagnosen in praxisnahen Szenarien zu stellen.
  • Sie können Beobachtungen systematisch dokumentieren und interpretieren.

Modul 7: Erstellung eines diagnostischen Berichts und Förderplan

Inhalte:

  • Aufbau und Struktur eines diagnostischen Berichts
  • Ableitung eines Förderplans basierend auf diagnostischen Ergebnissen
  • Feedback und Rückmeldungen in der Diagnostik

Methoden:

  • Erstellen eines diagnostischen Berichts zu einem fiktiven Fall
  • Gruppenarbeit zur Entwicklung eines Förderplans
  • Übung zur strukturierten Rückmeldung der Diagnoseergebnisse

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden sind in der Lage, einen diagnostischen Bericht zu verfassen und Fördermaßnahmen abzuleiten.
  • Sie können eine Diagnose konstruktiv und wertschätzend kommunizieren.

Modul 8: Abschlussprojekt und Präsentationen

Inhalte:

  • Erstellung eines Projektes zur diagnostischen Erfassung von Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten oder emotionalen Problemen
  • Präsentation der Fallanalyse und diagnostischen Ergebnisse
  • Abschlussdiskussion und Reflexion

Methoden:

  • Eigenständiges Projekt mit Präsentation der Ergebnisse
  • Feedback und Diskussion der Projekte in der Gruppe
  • Abschlussreflexion und Zertifikatübergabe

Lernziele:

  • Die Teilnehmenden können diagnostische Verfahren selbstständig anwenden und Ergebnisse interpretieren.
  • Sie können ihre diagnostischen Erkenntnisse präsentieren und verteidigen.